Noch mal ein heißer Kampf zum Saisonabschluss
Am letzten Spieltag der Verbandsbezirksliga war die 3. Mannschaft von Meschede Gegner unserer Dritten. Theoretisch war ein Sprung auf den 2. Tabellenplatz möglich, sofern Schmallenberg und Brilon in ihren letzten Mannschaftskämpfen nicht gewinnen würden. Kleiner Spoiler: Sie haben gewonnen, letztendlich ging es also um nichts mehr. Trotzdem (und natürlich weil wir es nicht wissen konnten) entwickelte sich ein spannender Kampf, der bis zur letzten Partie nicht entschieden war.
Es fing tragisch an. Taifun wurde in der französischen Verteidigung eiskalt von Patrick Hoffmann erwischt und verlor schon früh einen Läufer.
Bernhard Polotzek am 6. Brett gewann gegen Oleg Warkentin mit schönem Spiel einen Bauern und stand ganz angenehm.
Dennis an Brett 4 gegen Andreas Brüffer und Heinz am 5. Brett gegen Niclas Trelle kamen gut aus der Eröffnung und erreichten eine ausgeglichene Stellung (Heinz) bzw. leichten Vorteil. Auch bei Frank am 3. Brett sah es gegen Simon Kluge gut aus, während Uli an Brett 2 gegen Michael Stiefermann nach der Eröffnung 1.e4 d6 eine Stellung hatte, in der beide Spieler sehr eingeengt standen. Bernhard musste einen Bauern zurückgeben und der Vorteil war dahin!
Aber plötzlich wurde es unruhig. Der Gegner von Heinz gab auf, weil er seine Figuren so unglücklich positioniert hatte, dass Materialverlust unausweichlich war. 1:0 für uns!
Nach zähem Kampf ging die Partie von Taifun verloren, nach dem Figurenverlust in der Eröffnung war das unvermeidlich. 1:1.
Nach einigen schlechten Bauernzügen seines Gegners konnte Dennis einen Bauern gewinnen und kam in eine absolute Gewinnstellung. Das wollte sich Andreas Brüffer nicht mehr zeigen lassen und gab auf. Wir führten wieder 2:1.
Bernhard konnte nach vielen Abtäuschen keinen Druck mehr aufbauen, musste am Ende sogar noch sehr genau spielen und erreichte dann ein Remis.
Auch nach der später befragten Computeranalyse stand Uli etwas besser, ohne allerdings schon auf Gewinn zu stehen, Franks Stellung war immer noch im Ausgleich. Franks Gegner ging genau wie bei Uli einer Zugwiederholung aus dem Weg. Es musste weitergespielt werden. Uli gab seinen Vorteil kurzfristig durch einen ungenauen Zug auf und musste auf einmal um das Remis kämpfen. Doch dann wurde es ganz wild. Uli bot im 31. Zug seinen Läufer gegen den Springer an.

Schwarz zog 31.- Lc5+: 32. Kf1 (besser Kh1) Ld4?
33. Db8+ (besser war: Le7) Tc8 34. Sd5! Dd2
Allerdings meinte Stiefermann, er könne den Springer opfern und bot stattdessen mit seinem Läufer Schach. Plötzlich stand Uli auf Gewinn, es galt „nur“ noch, die richtigen Züge zu finden… Mit einem dreifachen Angriff auf den Springer versuchte Stiefermann, die Figur zurückzugewinnen. Uli fand zwar nicht den besten Zug, aber mit einem Damenschach auf der Grundreihe behielt er seinen Vorteil. Stiefermann zog den Turm dazwischen und jetzt fand Uli den stärksten Zug! Er ließ die Dame stehen und rettete seinen Springer. Der Computer sagte +5 Vorteil für Weiß nach dem 34. Zug von Schwarz, allerdings gab es nur einen Zug, der das Matt mit Vorteil abwendete… und den fand Uli nicht…

36. Sg3:+ hg 37. Dd6+ (verliert endgültig, Db4+ hält leichten Vorteil)
37. – Kg8 38.Lh4 De3 39. Tc4: die Deckung des Turmes aufheben um mit dem könig später den Turm zu schlagen aber es kam
39. – Dg1+ 40. Ke2 und jetzt nicht dg2 wie erwartet sondern 40.- Te3 und Aufgabe
Mit einem ungenauen Zug verspielte er seinen Vorteil fast komplett und nach 2 weiteren, auch einzigen Zügen fand er wieder nicht den richtigen, einzigen Zug, der die Partie mit leichtem Vorteil gehalten hätte und schließlich musste er sich geschlagen geben. 2,5:2,5. Frank hatte aber eine Stellung mit materiellem Gleichgewicht, mit zwei verbundenen Freibauern am Damenflügel gegen einen zentralen Freibauern hatte er aber eine aussichtsreiche Stellung erreicht, die er schließlich mit seiner großen Routine auch in einen Sieg verwerten konnte. 3,5:2,5 und ein positives Ende einer durchwachsenen Saison.








